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  #1  
Alt 15.04.2005, 11:42
ANjablAA ANjablAA ist offline
 
Registriert seit: 04.04.2005
Beiträge: 8
Standard Psychologie studieren?

hallooo

ein studienberater hat mir erzählt, man soll sich heutzutage bei der Studienwahl nicht mehr konkret einen Job überlegen, sondern wirklich das studieren, was einen interessiert und was man vertreten kann, da man später sowieso irgendwie irgendwo oder durch praktika iiirgendwo landet, meist dort, wo man sich nie vermutet hätte.

da ich noch keine ahnung habe, was ich studieren/arbeiten möchte, hab ich mir also überlegt, dass ich mich ziemlich stark für Psychologie interessiere.

Deswegen: was kann ich mit einem Psychologiestudium später werden, Psychologen / Sozial- oder Jugendpsychologen haben ja nicht gerade die besten Jobaussichten!!
Wie sieht die Berufswelt für Psychologen überhaupt momentan aus???
Oder kennt jemand Studiengänge, die Psychologie beinhalten, aber sich noch auf einen anderen Bereich beziehen??

mfg
dieanja
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  #2  
Alt 21.04.2005, 17:01
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard RE: Psychologie studieren?

Zitat:
Original von ANjablAA
hallooo

ein studienberater hat mir erzählt, man soll sich heutzutage bei der Studienwahl nicht mehr konkret einen Job überlegen, sondern wirklich das studieren, was einen interessiert und was man vertreten kann, da man später sowieso irgendwie irgendwo oder durch praktika iiirgendwo landet, meist dort, wo man sich nie vermutet hätte.

Ja, vor allem in Billigjobs. Schau dir mal an, wieviele Taxifahrer z.B. einen Abschluss von der Uni in der Tasche haben. Die haben halt auch die weisen Ratschläge weltfremder verbeamteter Berater befolgt (die geben sie nämlich so schon seit 30 Jahren) und sich keinen Job überlegt sondern das studiert, was sie interessiert.
Genau aus dem Grund gib es ja auch so viele arbeitslose oder in Billigjobs arbeitende Psychologen und so wenig Mathelehrer und Ingenieure.

Zitat:
da ich noch keine ahnung habe, was ich studieren/arbeiten möchte, hab ich mir also überlegt, dass ich mich ziemlich stark für Psychologie interessiere.

Deswegen: was kann ich mit einem Psychologiestudium später werden, Psychologen / Sozial- oder Jugendpsychologen haben ja nicht gerade die besten Jobaussichten!!

Du kannst wenn du Kohle hast Psychotherapeut werden. aber doll sind die Aussichten da auch nicht, glaub mir. Ich kann mich da nur den Meinungen, die hier berichtet werden aus eigener Erfahrung anschließen.
Ansonsten kannst du nix werden (vielleicht Putzfrau oder Küchenhilfe, wenn du mehrere Fremdsprachen fließend sprichst, kommst du vielleicht noch für ein par Euro Stundenlohn im Call Center unter, aber nur Englisch und Französisch reicht nicht, es muss heute schon noch Schwedisch oder Dänisch oder Finnisch oder Polnisch oder Russisch sein) und ne Eins im Examen muss es auch sein).
Vielleicht bist du ja auch top und kannst im Personalwesen arbeiten, aber da ist ehrlichgesagt ein BWL studium viel besser. Außerdem kannst du da wenigstens noch einen lumpigen Sachbearbeiterjob kriegen, als Psychologe ist selbst das nicht drin, nicht mal als Aushilfe.
So oder so musst du dich schon für einen Beruf entscheiden, vor allem, weil die Studiengänge jetzt Modular sind, das heißt, du musst auf einen Beruf hin studieren. Also, auch vor diesem Hintergrund ist der Berater wohl echt nicht auf dem laufenden. Diese Berater kannst du alle vergessen. Die haben keine Ahnung und labern nur Scheiße. Seit Generationen produzieren die nur Arbeitslose. Die machen ja nicht mal eine odentliche Diagnostik, welche Fähigkeiten jemand überhaupt hat. Das ist echt alles der totale Müll hier in Deutschland, nur wildes dilletanntisches Rumgefummel und die Experten fahren Taxi oder putzen die Büros der tollen Beamtenberater. Ist doch kein Wunder, dass das Land den Anschluss an andere Nationen verloren hat.

Zitat:
Wie sieht die Berufswelt für Psychologen überhaupt momentan aus???

Beschissen. Niemand wil sie. Niemand braucht sie. Das was gebraucht wird (=was dieses Land nutzen will und unter psychologischer Beratung, Tätigkeit, Qualifikation usw. versteht), wird problemlos von ehrenamtlichen Leuten mit Wochenendkurs, Beamternberatern ohne Plan und für die harten Fälle von Heilpraktikern und Sozialpädagogen (wobei der Heilpraktiker das höhere Niveau hat) abgedeckt. Im Wirtschaftsbereich reicht von dem was verlangt wird ein VHS Kurs in Psychologie aus. Mehr wird da nicht verlangt. Deutsche Unternehmen forschen nicht psychologisch, wissen damit auch nix anzufangen (im Gegensatz zu den USA, wo sogar wieder jeder Scheiß psychologisch beforscht und evaluiert wird, und dann eben auch von richtigen Psychologen für richtig viel Geld). Schau Dir mal z.B. Berufsberatung und Studienberatung in den USA an, da fällst du aber vom Stuhl!
Hier versteht man unter Psychologie " 'professionell' nett sein können" ,"Soft Skills haben", was natürlich schwachsinnig ist, weil ein Psychologiestudium genausowenig oder -viel damit zu tun hat oder das vermittelt, wie ein BWL oder Physikstudium. Als Psycholge hat man Soft Skils oder eben nicht (dann läßt man es natürlich einfach direkt besser, weil,es Grundvoraussetzung ist), aber das hat man schon vor dem Studium denn im Studium kriegt man das dann auch nicht mehr hin.

Zitat:
Oder kennt jemand Studiengänge, die Psychologie beinhalten, aber sich noch auf einen anderen Bereich beziehen??

Heilpraktiker, Medizin, Sozialwesen, BWL, Pädagogik, alle Studiengänge füs Lehramt, Kommunikation, Verwaltung, Polizei, ...
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  #3  
Alt 23.04.2005, 04:18
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...und morgen geht die welt unter...
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  #4  
Alt 29.04.2005, 01:32
kopfhoch
 
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Standard

dein berufsberater hatte total recht:
studier etwas, was dich interessiert und was dir spass macht. der arbeitsmarkt verändert sich dauernd: was heute gesucht ist, ist morgen schon kalter kaffee und zielsicher auf karriere studieren kannste nur, wenn du z.b. jura machst und dein papa zufällig justiminister oder richter ist.
unverhofft kommt oft und wenn dich dein studium persönlich bereichert und fordert, ist das nicht das schlimmste, was passieren kann.
ich kenne leute, die haben sich ohne jegliches interesse durch ein psychologie-studium gequält, weil ihnen irgendwer erzählt hat, dass dann nach dem diplom der rubel rollt. und dann ist das nicht passiert weil grade wieder maschinenbauer gefragt sind. grosses heulen und zähneknirschen :-)
ich bin auch mit dem studium fertig und bereue meine wahl kein bisschen. okay: rosig sieht es nicht aus im moment. aber irgendwas geht immer und wenn der markt sich wendet kommt vielleicht auch etwas mehr geld.
was du gelernt hast, kann dir keiner nehmen. was du erlebt hast auch nicht. darum gehts doch im leben oder nur um die maximale altersvorsorge und die dicke karre vor der tür, oder? nicht dass ich was gegen dicke karren hätte. nur ich häng da mein ego nicht dran.
wenn man sonst nix gelernt hat im psych-studium, dann doch wenigstens das, nein?
also kopf hoch: informier dich über inhalte und anforderungen und wenn es dein ding ist, dann mach es.
viel spass dabei!
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  #5  
Alt 01.05.2005, 15:01
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Zitat:
Original von kopfhoch
dein berufsberater hatte total recht:
studier etwas, was dich interessiert und was dir spass macht. der arbeitsmarkt verändert sich dauernd: was heute gesucht ist, ist morgen schon kalter kaffee und zielsicher auf karriere studieren kannste nur, wenn du z.b. jura machst und dein papa zufällig justiminister oder richter ist.
unverhofft kommt oft und wenn dich dein studium persönlich bereichert und fordert, ist das nicht das schlimmste, was passieren kann.
ich kenne leute, die haben sich ohne jegliches interesse durch ein psychologie-studium gequält, weil ihnen irgendwer erzählt hat, dass dann nach dem diplom der rubel rollt. und dann ist das nicht passiert weil grade wieder maschinenbauer gefragt sind. grosses heulen und zähneknirschen :-)
ich bin auch mit dem studium fertig und bereue meine wahl kein bisschen. okay: rosig sieht es nicht aus im moment. aber irgendwas geht immer und wenn der markt sich wendet kommt vielleicht auch etwas mehr geld.
was du gelernt hast, kann dir keiner nehmen. was du erlebt hast auch nicht. darum gehts doch im leben oder nur um die maximale altersvorsorge und die dicke karre vor der tür, oder? nicht dass ich was gegen dicke karren hätte. nur ich häng da mein ego nicht dran.
wenn man sonst nix gelernt hat im psych-studium, dann doch wenigstens das, nein?
also kopf hoch: informier dich über inhalte und anforderungen und wenn es dein ding ist, dann mach es.
viel spass dabei!


Kann man machen. Aber die Frage war, was man als Psychologe später als Beruf machen kann. Und da sieht es eben nicht nach einer wesentlichen Veränderung aus (genauso wie bei diversen Geistes- und Sozialwissenschaften - die waren auch noch nie gesucht, es bestand auch schon immer eine sehr hohe Quote an Absolventen, die in die "klasssichen" Berufe Taxifahrer, Wirt oder bei entsprechenden Programmen (und Geld vom Staat) in eine nachträgliche Umschulung / Berufsausbildung gegangen "worden" sind).

Es ist einfach unglaublich realitätsfern solche Aussagen wie oben zu machen. :baby: Eine korrekte Aussage wäre es gewesen, wenn man sagt: studiere was du für richtig hälst und was dir Spaß macht, aber du mußt bei einem Fach wie Psychologie (und noch mehr z.B. bei Geschichte, Germanistik, Pädagogik usw.) damit rechnen, keine adäquate Beschäftigung zu finden. Bei anderen Studiengängen gibt es auch Schwankungen, aber diese sind zumeist kurzfristig und es gibt auch mehr Ausweichmöglichkeiten (ein Maschinenbauer (Uni, nicht FH) kann aufgrund seiner Ausbildung durchaus auch als Ingenieur zu vergleichbaren Konditionen und Gehalt im Bereich Netzwerkberatung, Datanbankmanagement oder Systemadministration arbeiten - oder ein Biologe, Mathematiker, Statistiker, Informatiker oder Physiker z.B. auch als Psychologe (an der Uni) ;-) ). Außerdem sind bei diesen Studiengängen nur Durststrecken zu überwinden, während es bei anderen Fächern einfach konsistent ist, das wesentlich mehr Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sind, als insgesamt (also auch mit Ausweichmöglichkeiten) aufgenommen werden können.

Bei Psychologie haben sich die Absolventenzahlen nunmal einfach vervielfacht. Das packt der Markt schlicht nicht mehr (Überproduktion). Zudem sind die meisten Jobs immer noch im klinischen Sektor (im weitesten Sinn) zu finden und es sieht nicht nach einer Änderung aus. Hinzu kommt, dass Stellen in Zuge der Sozialreformen (v.a. Gesundheitsreform einerseits und Rückzug des Staates aus dem Sozialsystem / Reduktion der Staatsquote etc. andererseits) in extremen Schritten abgebaut werden und dass auch die Pläne festgezurrt sind, dass kaum eine Stelle eines aus Altersgründen ausscheidenden Psychologen neu besetzt werden wird. Verschärfend kommt noch hinzu, dass die wenigen verbleibenden Stellen (rasant zunehmend) nicht mehr für Psychologen, sondern für Psychotherapeuten ausgeschrieben werden.

Insofern sollte man sich vielleicht schon informieren und DANN entscheiden, wo und wie man nun seine Prioritäten legt. Es ist völlig in Ordnung, wenn jemand Psychologie (oder eben Literatur, Geschichte usw.) studiert, dann aber weiß, dass es auf dem Jobmarkt prekär aussieht. Das ist z.B. dann wichtig, wenn man finanziell nicht auf Eltern oder Lebenspartner zurückfallen kann, sondern wenn aufgrund der persönlichen finanziellen Ressourcen der direkte Weg in die Sozialhilfe (bzw. Alg2) die notwendige Konsequenz ist (man bedenke hier auch, dass man nach dem Studium nicht mehr im Studentenwohnheim leben und sich meistens dann auch sofort selbst kranken- und pflegeversichern muss!). Dies kann auch zu einer Entscheidung führen, das Studium erst später zu beginnen und zunächst z.B. eine Berufsausbildung abzuschließen.

Aber lapidar die Situation zu verharmlosen, halte ich schlicht für eine Katastrophe. Ich finde es erschreckend, dass sich Berufs- u. Studienberater verhalten, wie Ärzte / Pharmakonzerne, die ihre Patienten um jeden Preis zu einer Entscheidung FÜR eine Behandlung zu überzeugen ("geschönte" Statistiken, relative Häufigkeiten, Überlebensraten, Framing usw.). Vermutlich, um möglichst viele Leute erstmal vom Arbeitsmarkt weg zu haben.
Es soll ja nicht darum gehen, Menschen ein Studium auszureden, aber eine reale Information, auf deren Basis dann jeder für sich entscheiden kann, was FÜR IHN / SIE richtig und wichtig ist, sollte (auch auf die Gefahr eines weiteren Verdrängungsprozesses von Abiturienten zu ungunsten von anderen Gruppen) das Ziel sein.
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