BAföG 2019 und 2020: Änderungen im Überblick

BAföG 2019/2020: Änderungen im Überblick | Uni24

Förderungsbeträge, Einkommensfreibeträge und Wohnzuschlag. Wie sich das BAföG im Jahr 2019 und den kommenden Jahren verändert, erfährst du hier:

In Sachen BAföG hat sich in diesem Jahr einiges getan. Mit der BAföG – Reform im August 2019 erhalten Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, etwa einen höheren Wohnzuschlag. Höhere Einkommensfreibeträge sorgen dafür, dass mehr Studierende mit BAföG unterstützt werden. Desweiteren hat der Bundestag im Oktober die Regelstudienzeit für Juristen um ein halbes Jahr verlängert. Anstatt viereinhalb Jahre erhalten Jura-Studenten ab dem Wintersemester nun fünf Jahre lang staatliche Unterstützung.

Individuelle Förderungsbeträge steigen

Seit August 2019 gelten neue Regelungen für die staatliche Förderung von Studenten. Dies betrifft insbesondere die Erhöhung individueller Förderungsbeträge. Anstatt 735 Euro liegt der BAföG – Höchstsatz aktuell bei 853 Euro. Ab dem Wintersemester 2020/2021 soll die maximale Förderung auf 861 Euro steigen. Wer sich in einer schulischen Ausbildung befindet, erhält 2019 maximal 825 Euro im Monat. Im Jahr 2020 soll der Höchstsatz auf 832 Euro steigen.

Höhere Einkommensfreibeträge bis 2021

Je höher das Einkommen deiner Eltern, umso niedriger fällt dein BAföG aus. Seit August 2019 wurde der Einkommensfreibetrag um 7 Prozent erhöht: Sind deine Eltern verheiratet liegt der Einkommensfreibetrag somit aktuell bei 1835, bei alleinstehenden Elternteilen bei 1225 Euro. In diesem Zusammenhang steigt auch der Einkommensfreibetrag für deine Geschwister. Bis 2020 sollen die Freibeträge nochmals um 3 Prozent, im Jahr 2021 um 6 Prozent steigen.


2019 2020 2021
Eltern, verheiratet oder in Lebenspartnerschaft 1.835 € 1.890 € 2.003 €
Eltern, alleinstehend 1.225 € 1.262 € 1.338 €
Stiefelternteil 610 € 628 € 666 €
Kinder/sonstige Unterhaltsberechtigte,
die sich NICHT in einer förderungsfähigen Ausbildung befinden
555 € 572 € 606 €

* Anmerkung: die Tabelle enthält gerundete Beträge, auf Basis der genannten Freibeträge des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. (Stand: 22.10.2019; UTC 02:29)

Wichtig: In seltenen Fällen wird das Einkommen deiner Eltern nicht berücksichtigt. Die staatliche Förderung wird dann unabhängig vom Verdienst deiner Eltern berechnet.

Wohngeldanteil im BAföG steigt um 30 Prozent

Ab dem Wintersemester 2019 erhalten Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, einen Wohnzuschlag von 325 Euro. Die Erhöhung von rund 30 Prozent ist dabei auf ansteigende Mietpreise und Lebenshaltungskosten in den Universitätsstädten zurückzuführen.

Wichtig: Bei dieser Art von Wohnzuschlag handelt es sich um den Wohngeldanteil der bereits im BAföG enthalten ist. Dennoch können Studierende oder Auszubildende, die keine staatliche Förderung erhalten, Wohngeld beantragen. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn der Antragssteller nicht BAföG berechtigt ist. Einzig in Ausnahmefällen ist es möglich, trotz BAföG-Berechtigung Wohngeld zu beantragen. Diese sind in § 20 WoGG geregelt.

BAföG: Vermögensfreibeträge steigen um 9 Prozent

Neben staatlicher Unterstützung helfen finanzielle Rücklagen um für die Kosten im Studium aufzukommen. Neben deinem Einkommen und dem deiner Eltern, haben auch finanzielle Rücklagen einen Einfluss auf die Höhe deines BAföGs. Umfassen diese Rücklagen aktuell nicht mehr als 7.500 Euro, haben diese keinen Einfluss auf die Höhe der staatlichen Förderung. Die gute Nachricht: Im Herbst 2020 steigt dieser Freibetrag auf 8.200 Euro.

Zur Erinnerung: Formblatt 1 des BAföG – Antrages gibt Aufschluss über das Einkommen und das Vermögen des Antragstellers. Demzufolge machst du ausschließlich Angaben zu deinem Vermögen, nicht zu dem deiner Eltern. Was in diesem Zusammenhang als Vermögen zählt, ist in § 27 BAföG geregelt:

Als Vermögen gelten alle beweglichen und unbeweglichen Sachen, Forderungen und sonstige Rechte.

§27 BAföG; Bundesministerium für Bildung und Forschung

Im BAföG-Antrag ist es wichtig, dein gesamtes Vermögen zu berücksichtigen. Dazu zählt:

  • Anteile an Unternehmen, etwa infolge der Gründung eines Start-Ups
  • Aktien und Wertpapiere
  • Beträge auf Spar- oder Girokonten, die auf deinen Namen angemeldet sind
  • Bausparverträge
  • Eigene Grundstücke und Immobilien
  • PKW oder Motorräder, die auf dich angemeldet sind

Studierende mit Kind: höherer Kinderbetreuungszuschlag

BAföG berechtigte Eltern erhalten im Jahr 2019 höhere Zuschläge für die Kinderbetreuung. Anstatt 130 Euro gibt es aktuell 140 Euro monatlich. Im Herbst 2020 steigt der Kinderbetreuungszuschlag auf 150 Euro im Monat.

Studierende mit Kind: Altersgrenze für Kinderbetreuungszuschlag verlängert

Bisher konnten studierende Eltern bis zum 10. Lebensjahr des Kindes einen Betreuungszuschlag beantragen. Mit der BAföG – Reform im August erhalten BAföG berechtigte Eltern den Zuschlag zur Kinderbetreuung bis zum 14. Lebensjahr des Kindes.

BAföG für Studierende mit pflegebedürftigen Angehörigen

BAföG-berechtigte Studierende und Auszubildende, die sich um pflegebedürftige Angehörige (ab Pflegestufe 3) kümmern, erhalten auch nach der Regelstudienzeit weiterhin staatliche Unterstützung. Diese Maßnahme soll Studierende entlasten, die aufgrund der familiären Situation langsamer mit der Ausbildung vorankommen.

Regelstudienzeit und staatliche Förderung für Juristen verlängert

Neben der BAföG-Reform im August wurde im Oktober die Regelstudienzeit für Jura und Rechtswissenschaften verlängert. Anstatt viereinhalb Jahren haben angehende Juristen nun fünf Jahre ein Recht auf staatliche Förderung. Grund dafür: Seit der Reform der Juristenausbildung im Jahre 2002 umfasst die tatsächliche Studiendauer durchschnittlich 11 Semester. Die neue Regelung soll angehenden Studenten der Rechtswissenschaften nun ausreichend finanzielle Unterstützung während des Studiums ermöglichen.

Du hast weitere Fragen rund um Studienfinanzierung und Studentenleben? – Dann schau gerne auf unserem Blog vorbei oder stelle deine Frage an die Uni24 – Community!

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