Geschwister – so wirken sie sich auf Dein BAföG aus

So wirken sich Geschwister auf Dein BAföG aus

Wer zum ersten Mal einen BAföG-Antrag ausfüllt und Geschwister hat, kommt am dritten Formblatt nicht vorbei. Dieses hat einen wesentlichen Anteil an der Höhe Deines BAföGs. Welche Rolle Deine Geschwister dabei spielen, zeigen wir in diesem Artikel.

BAföG: Freibetrag oder Einkommensanrechnung bei Geschwistern – wann gilt was?

Während sich Geschwister eher indirekt auf Deine Förderung auswirken, zählt für das BAföG primär, wie hoch das Einkommen Deiner Eltern ist. Dein BAföG hängt also davon ab, wieviel deine Mutter und Dein Vater monatlich verdienen. Der Vermögensfreibetrag für Dich liegt aktuell bei 7500 Euro brutto pro Monat.

Überschreiten Du und Deine Eltern diese Summe an Vermögen, erhältst Du in der Regel kein BAföG mehr.  Die Ausnahme: Bei Geschwistern bewilligt der Staat entweder gesonderte Freibeträge (1)  oder eine anteilige Einkommensanrechnung (2):

Der gesonderte Freibetrag gilt dann, wenn Du Geschwister hast, die sich selbst im Studium oder einer Ausbildung befinden. Sie sind ebenfalls BAföG berechtigt. Pro Kind steht Deinen Eltern also ein gesonderter Freibetrag von 2100 Euro zu. Befinden sich die Kinder nicht in einer förderungsfähigen Ausbildung und haben kein eigenes Einkommen, liegt der Freibetrag bei 520 Euro.

Haben Deine Geschwister eigenes Einkommen, erhöht sich das anrechenbare Einkommen Eurer Eltern. Deine Geschwister verdienen nun ihren eigenen Unterhalt und sind nicht mehr vom Geld Deiner Eltern abhängig. Indem Deine Eltern dadurch mehr finanzielle Mittel zur Verfügung haben, erhältst Du vom Staat unter Umständen weniger BAföG.

Meine Geschwister haben eigenes Einkommen – wie wirkt sich das auf meine BAföG-Förderung aus?

Freibeträge auf das Einkommen der Eltern gibt es nur dann, wenn weiterhin Unterhaltspflicht besteht. Das ist der Fall, wenn Deine Geschwister entweder noch nicht volljährig sind oder neben ihrer Tätigkeit, zeitgleich eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren.

Haben Deine Geschwister währenddessen eigenes Einkommen, beispielsweise durch einen Werkstudentenjob, hat das ebenfalls Einfluss auf Dein BAföG. Je mehr Deine Geschwister verdienen, desto geringer fällt unter Deine eigene Förderung aus.

Wie verändert sich meine BAföG-Förderung, wenn meine Geschwister auch ein Studium beginnen?

Treten Geschwister ihr Studium an, kann es beim nächsten Förderungs-Bescheid zu Kürzungen kommen. Denn durch die Aufnahme einer förderungsfähigen Ausbildung oder eines Studiums, wird der Geschwisterfreibetrag gekürzt.

Deine Eltern müssen nun nicht mehr die vollen Unterhaltskosten für deine Geschwister übernehmen, da diese mit BAföG ihr eigenes Einkommen haben. Das anrechenbare Einkommen Deiner Eltern erhöht sich. Deine Bezüge sinken zwar, Deine Eltern haben nun die Mittel, diese Differenz auszugleichen.

Beispiel: Deine Geschwister bekommen BAföG, gleichzeitig sinkt dein BAföG um etwa 28 Euro im Monat. Deine Eltern müssen dann nicht mehr den vollen Unterhalt Deiner Geschwister zahlen. Deshalb haben sie nun die Mittel, dir die 28 Euro mittels Unterhaltszahlungen auszugleichen.

Eines meiner Geschwister bezieht Arbeitslosengeld – welche Folgen hat das für mein BAföG?

Arbeitslosen Geld II zählt in diesem Fall nicht als Einkommen. Für Geschwister, die Arbeitslosen Geld II beziehen, gilt der Freibetrag also gemäß § 25 Abs. 3 S.1 BAföG.

BAföG-Antrag stellen: Wo muss ich das Einkommen meiner Geschwister angeben?

Status und Einkommen Deiner Geschwister dokumentierst du auf dem Formblatt 3 des BAföG-Antrages. Wichtig ist, dass sich die Angaben deiner Geschwister auf den Bewilligungszeitraum des BAföG beziehen.  

Wie gebe ich das Einkommen meiner Geschwister an?

Wichtig: Auf dem Formblatt 3 führst du die Geschwister auf, die noch von Deinen Eltern finanziert werden.  Dieser Fall liegt beispielsweise dann vor, wenn diese noch nicht volljährig, schulpflichtig sind oder noch im Elternhaus leben.  

Auch Geschwister, die während des Bewilligungszeitraumes ein Studium oder eine Ausbildung absolvieren, werden im Formblatt 3 aufgeführt.

Geschwister die ihr eigenes Einkommen verdienen und nicht mehr Zuhause leben sind unabhängig vom Einkommen der Eltern. Für den BAföG-Antrag spielen sie also keine Rolle mehr.

Das verwandtschaftliche Verhältnis zwischen dir und deinen Geschwistern ist ebenfalls von Bedeutung. Hier gibst du an, ob es sich um deine leiblichen Geschwister, deine Halb -, oder deine Stiefgeschwister handelt.

 Ändern sich während des Bewilligungszeitraumes die Beschäftigungs- und Einkommensverhältnisse Deiner Geschwister, solltest du diese dem BAföG-Amt melden. Die Freibeträge und deine Förderung werden dann entsprechend angepasst.  

Zeile 31 enthält Angaben über die Art der Einnahmen und stellt dar, aus welchen Bestandteilen sich die monatlichen Einnahmen der Geschwister zusammensetzen:

  • Unterhaltsleistungen von dem Elternteil, das nicht Sorge berechtigt ist, bzw. nicht den BaföG-Antrag stellt Ausbildungsvergütung
  • Einnahmen aus einem Arbeitsverhältnis
  • Einnahmen aus Ferien- oder Gelegenheitsarbeit nicht einkommensteuerpflichtige leistungsabhängige Stipendien, die monatlich einen Durchschnitt von 300 Euro übersteigen
  • Eigenes Vermögen z.B Beträge auf Sparkonten ect.

In Zeile 32 addierst du alle Posten und errechnest daraus das monatliche Einkommen Deiner Geschwister.  

BAföG-Antrag ausfüllen: Das gehört in den Anhang

Befinden sich deine Geschwister in Ausbildung oder absolvieren ein Studium, hängst du dem Formblatt gemäß Zeile 25, eine Schul-, Immatrikulationsbescheinigung oder einen Ausbildungsvertrag deines Bruders oder deiner Schwester an.  

Wichtig: Um böse Überraschungen zu vermeiden, informiere dich vor dem Ausfüllen deines BAföG-Antrages detailliert über die Einnahmen Deiner Geschwister. In der Regel wird Dein Antrag vom BAföG-Amt genau überprüft. Bei falschen oder ungenauen Angaben, verzögert sich die Bewilligung deines BAföG-Antrages.

Du möchtest mehr zum Thema BAföG erfahren? Informiere Dich auf Uni24.de über das Thema BAföG und tausche Dich im Forum BAföG & Finanzen mit Gleichgesinnten aus.

Aktuelle Entwicklungen und Sonderfälle findest du außerdem auf der Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.